2010 Schweiz

24. Juni (25. Juni) bis 4. Juli (5. Juli 2010)
basierend einer Mitschrift von Franziska
 mit dabei waren:
 mit dem PKW:    Ludwig & Helga
 mit den Motorrädern (alle BMWs):
Alfred & Christine      R 1200 RT
Rudolf                         R 1200 RT
Gerhard                      K 1200 GT
Roland                        K 1300 GT
Franziska                    F 800 ST
1. Tag: Donnerstag, 24. Juni 2010
Fahrt von zu Hause nach Mittersill (467 km)
Hotel Gasthof Hirschenwirt
Bei dieser Fahrt waren Rudi, Gerhard, Roland und ich (Franziska) dabei. Wickerl&Helga/Alfred&Christine hatten sich entschlossen, einen Tag später mit dem Autoreisezug von Wien nach Feldkirch zu fahren und uns am Samstag in der Schweiz zu treffen.
Wir fahren um 7.00 Uhr von zu Hause weg und treffen uns mit Rudi und Gerhard um 8.00 Uhr am Semmering. Um 8.30 Uhr geht es weiter Richtung Mittersill, auf der Autobahn (zu Rolands’ Freude).
Nach 210 km  kurz vor Judenburg hat auch Roland genug und wir fahren von der Autobahn ab. Bei einem kurzen Zwischenstopp muss ich feststellen, dass ich bereits jetzt die Autobahnvignette für die Schweiz verloren habe, war anscheinend an der falschen Stelle angebracht – Pech!
Weiter geht’s durch’s Lachtal (schön) und um 11.15 Uhr sitzen wir auf der Terrasse beim Moser in Karchau bei Murau in der Sonne und stärken uns (nein, kein Bier!).
 Um 12.30 Uhr geht die Fahrt weiter – in Murau kaufe ich mir noch schnell beim ÖAMTC ein Autobahnpickerl für die Schweiz –Rudi meint „nimm mir auch eins mit, falls ich meins auch verlieren sollte … .“
Die Strecke führt uns über Obertauern, wo wir um 14.00 Uhr im Kaffeehaus Binggl eine Kaffeepause einlegen. Draußen hat es 10 Grad und die Kellnerin erzählt uns, dass es vor ein paar Tagen noch geschneit hat.
Um 14.45 Uhr fahren wir weiter über Radstadt, vorbei an Zell am See und kommen um 16.30 Uhr in Mittersill an.
Jetzt folgt das täglich Ritual: einparken – Gepäck runter – der von Gerhard spendierte „nix-passiert-Schluck“ und ein Bier (zunächst mal eins ….)
 Irgendwie ist es zu gemütlich und es dauert eine Weile, bis wir unsere Zimmer beziehen; Abendessen, und dann die Feststellung von Rudi über vorbeifahrende Motorradfahrer (so um halb zehn): „Die fahren noch immer umeinand’, die Trotteln“.
Wir raffen uns zu einem kleinen Spaziergang durch Mittersill auf (erster Halt: das nächste Lokal) und nachdem wir zwei weitere Lokale kennen gelernt haben, geht’s zurück Richtung Hotel und so um 23.00 Uhr heißt es: Gute Nacht!
Übrigens, bei diesem Hotel hatte Gerhard ein Doppelbett- und Rudi ein Einzelbettzimmer – das hat dann während unserer Reise zu Gerhards’ Leidwesen gewechselt …
Eine weitere mir im Gedächtnis gebliebene Aussage von Rudi war, dass er ein Zimmer mit Dachstein-Blick habe, weil er ein Dach mit einem Stein darauf sehe … alles klar?
Und dann habe ich gefragt, ob ich beim Fahren die Bremse bin und diese Frage hat zur Belustigung geführt …
2. Tag: Freitag, 25. Juni 2010
Fahrt von Mittersill nach Thusis/Schweiz (379 km)
Hotel Weisses Kreuz
Nach dem Frühstück machen wir uns um 9.00 Uhr auf den Weg zu unserer zweiten Etappe, vorbei an den Krimmler Wasserfällen und einer – normalerweise für Kinder gedachten – Rutsche am Hochkrimml (9.30 Uhr), die wir natürlich ausprobieren müssen. Wir fahren weiter über den Gerlospass und durchs Zillertal.
Kurz vor Innsbruck finden wir um 11.30 Uhr in Gnadenwald den Michaelerhof, bei dem wir in einem fast schon kitschig romantischen Garten zu Mittag essen. Sonne, blauer Himmel und fast schon zu warm.
 Um 12.30 Uhr fahren wir weiter und damit wir Innsbruck umgehen und ein bisschen Zeit gewinnen können, schmeißen wir uns bis Landeck auf die Autobahn. Danach geht es wieder auf der Bundesstraße weiter, vorbei an Nauders, beim Reschenpass (hier kommen Österreich, Schweiz und Italien zusammen) legen wir um 14.30 Uhr auf der italienischen Seite für einen guten und starken Kaffee eine Pause ein. Rudi versucht verzweifelt, mittels Handy Isabella zu erreichen, aber dieses „Scheißding“ funktioniert nicht. Moment, er hat doch bluetooth – und das geht über den Helm … ah ja, genau!
Um 15.00 Uhr machen wir uns wieder auf den Weg und fahren – sehr zum Leidwesen von Roland – über den Albulapass (2321 m). OK, ich gebe zu, die Straßenqualität ist nicht gerade berauschend, die Kehren sehr eng, die Straßen sind nass und oben hat es lediglich 12,5 Grad. Trotzdem bleiben wir für ein schnelles Foto stehen und fahren dann von 16.30 Uhr weiter nach Thusis, wo wir um 17.45 Uhr bei unserem Hotel Weisses Kreuz ankommen.
 Ritual – wie schon erwähnt; alle Zimmer sind sehr schön. Gerhard und Rudi nutzen die Sauna im Hotel und werden von einem Mädel ganz verwirrt.
Wir gehen noch etwas essen, auf ein Abschlussbier und um 23.00 Uhr schlafen.
3. Tag: Samstag, 26. Juni 2010
Fahrt von Thusis/Schweiz nach Täsch/Schweiz (219 km)
Hotel Bristol
Unsere Planung war, nach dem Frühstück gemütlich durch die Viamala-Schlucht zu fahren und dann weiter zu unserem Treffpunkt mit Helga und Wickerl sowie Christl und Alfred. Denkste! Die Vier rufen uns um 8.15 Uhr an, dass sie bereits vom Zug und abfahrbereit sind. Also – keine Viamala-Schlucht.
Um 9.00 Uhr sind wir dann an der Tankstelle in Schluein alle vereint und es geht um 9.40 Uhr – diesmal in größerer Gruppe – weiter. Als erstes kommen wir auf unserer Tour über den Oberalppass (2045 m). Eine wunderschöne Landschaft, ein schöne Strecke, herrliches Wetter – was will man mehr? Es ist witzig, auf dieser Höhe einen Bahnhof zu sehen.
 Weiter geht es durch Andermatt und über den Furkapass (2445 m) und noch immer wirklich ALLES traumhaft. Um 12.00 Uhr bleiben wir in einem Selbstbedienungsrestaurant am Fuße vom Furkapass zum Mittagessen stehen und da spüren wir die schweizer Preise … deftig!
Um 13.00 Uhr geht es weiter, vorbei an den typischen schweizer Holzhäusern. Das letzte Stück von Visp nach Täsch zieht sich etwas dahin, Geschwindigkeitsbeschränkung, Überhofverbote und sehr warm. Um 14.45 Uhr haben wir es dann aber geschafft und können uns in der Garage in Täsch einparken. Raus aus der Biker-dress und rein in die gemütlichere Kleidung. Wenn ich mir im nachhinein überlege, die Garage könnte videoüberwacht sein, die Leute vom Sicherheitsdienst haben sicherlich ihre Freude daran gehabt, halbnackte Gestalten zu sehen …
 Wir nehmen den Zug von Täsch nach Zermatt und in Zermatt gehen wir am Bahnhof als erstes auf ein (zwei, drei …) gute Biere und lassen uns dann mit dem Elektroauto zum Hotel Bristol chauffieren – naja, nicht alle. Gerhard hat sein Handy und seine Schuheinlagen in Täsch vergessen und da bewahrheitet sich der Spruch: was man nicht im Kopf hat, hat man in den Beinen … wobei … weniger Schritte als Zeit im Zug. Rudi stört das ganz und gar nicht, er nützt Gerhard aus und bitten ihn, auch sein vergessenes Handy mitzunehmen.
Unsere Zimmer haben alle – bis auf eines – einen super Blick auf das Matterhorn. Der einzige, der diesmal Pech hat, ist Gerhard. Es scheint nicht sein Tag zu sein.
 Pflichttermin: Fondueessen in einem urigen Lokal, dessen Chef ohne weiters den Opa von Heidi spielen könnte.
So um 22.00 Uhr sagen wir dann „Gute Nacht“
4. Tag: Sonntag, 27. Juni 2010
Fahrt mit der Gornergratbahn und Wanderung zum Gletscher
Dieser Tag ist der Natur gewidmet. Wir fahren mit der Gornergratbahn bis zur Endstation Gornergrat und genießen die Aussicht auf die umliegenden Berge. Eigentlich ist das Matterhorn mit 4478m nicht der höchste Berg, sondern die Dufourspitze des Monte Rosa mit 4634m. Aber weil das Matterhorn so ganz alleine steht, ist es einfach beeindruckend! Wir wandern zu einem Gletscher am Monte Rosa. Dann eine Station mit der Bahn wieder zurück und dort legen wir zunächst auf der Terrasse eines Restaurants eine Pause ein. Auch wenn es langweilig wird, ich muss erwähnen, dass wir die ganze Zeit herrliches Wetter hatten.
 Am Abend waren wir dann noch einmal in dem urigen Lokal, wo Gerhard nach dem aufessen der ersten Speise vom Chef gefragt wurde, ob es genug war. „Naja …“ Daraufhin bekam Gerhard das ganze noch einmal um dann später treffend bemerkt: „das war all-you-can-eat“.
5. Tag: Montag, 28. Juni 2010
Wanderung nach Zmutt
Auch dieser Tag ist Motorrad- und Autofrei für uns. Rudi ist unser Führer nach Zmutt. Es geht von Zermatt weg sehr steil bergauf – schwitz! Vorbei geht’s an einer Herde Schwarzkopfschafe, ganz süß! Nach zwei Stunden kommen wir in Zmutt an. Das kleine, 500 Jahre alte Dörfchen ist mittlerweile ein einziges Lokal. Aber – das muss man eingestehen, es ist immer noch romantisch. Gerhard isst eine Currysuppe mit Bananen, die fast jeder von uns kosten muss und unser Urteil fällt sehr positiv aus.
Rudi, Roland und ich haben sich entschlossen, denselben Weg wieder zurück zugehen. Die Anderen gehen über die Straße, zwar nicht weniger weit, aber ohne diese heftige Steigung. Außerdem locken uns drei die von Rudi auf dem Hinweg im Wasser eingekühlten zwei Bierdosen. Die finden wir dann auch tatsächlich und schwupp – leer waren sie.
In Zermatt angekommen entschließen wir drei (Rudi, Roland und ich) uns, noch einen kurzen Abstecher auf die Edelweißhütte zu unternehmen. Der Weg wird zur Herausforderung, noch mal 300 Höhenmeter! Aber wir schaffen es und winken dann von der Terrasse der Hütte Wickerl zu, der mittlerweile in unserem Hotel auf dem Balkon steht.
Kurz shoppen in Zermatt und für’s Abendessen haben Christl und Alfred in einem sehr netten Lokal ganz in der Nähe unseres Hotels einen Tisch reserviert.
Und schon sind unsere zwei Tage in Zermatt vorbei …. Schade!
6. Tag: Dienstag, 29. Juni 2010
Fahrt von Täsch/Schweiz nach Etroubles/Italien (250 km)
Hotel Beau Sejour
Das letzte Frühstück in Zermatt, ein letzter Blick auf das Matterhorn (aber wir haben ja Gott-sei-Dank vereinzelte Bilder zur Erinnerung ….), dann geht es mit der Bahn von Zermatt nach Täsch. Das Auto und die Motorräder sind noch da! Umziehen in der Garage und um 9.30 Uhr verlassen wir Täsch in Richtung Chamonix, wo wir um 12.30 Uhr bei herrlichem Wetter ankommen. Auf Rudis Tipp hin nehmen wir die Seilbahn Aguille du Midi um dem Mont Blanc etwas näher zu kommen. Die erste Seilbahn geht ja noch, da gibt es noch Stützen. Aber die zweite dann – keine Stütze und das letzte Stück geht fast ganz senkrecht hinauf. Nicht allen von uns ist das ganz geheuer …
Aber, oben angekommen werden wir von dem Blick entschädigt. Wieder herrliche Wetterbedingungen, der Mont Blanc und alle umliegenden Berge zeigen sich uns wie auf einer Postkarte. Auf dem Aguille du Midi sind wir auf 3842m, der Mont Blanc selbst ist 4810m hoch. Um zu einem Restaurant zu kommen, müssen wir ein paar Stufen steigen und da merkt man die dünne Luft, irgendwie kommen wir alle außer Puste. Wir stärken uns, langsam aber sicher ziehen Wolken auf und als wir wieder herunterfahren sind alle Berge mittlerweile in Wolken gehüllt. Glück gehabt! Um 15.15 Uhr fahren wir von Chamonix weg, die Biker über die Bundesstraße und Helga und Wickerl entscheiden sich für das Mont Blanc-Tunnel (11,5 km).
Nur ein paar Kilometer weiter hat uns der Regen erwischt und wir legen eine Kaffeepause ein. Regebekleidung anziehen, weiterfahren und es dauert auch nicht lange und es hört auf zu regnen, dafür fangen wir an zu dampfen und ziehen uns die Regebekleidung schnell wieder aus.
Über den San Bernardo Pass (nasse Straßen – iiiihhhh) erreichen wir schließlich um 18.15 Uhr unser Quartier in Etroubles, ein sehr schönes Hotel.
Ritual; Abendessen können wir im Hotel, Rudi erheitert uns noch mit seinem Ruf nach der Kellnerin: „Mademoiselle“, wobei der Tonfall dabei einfach genial war!
Um ungefähr 22.30 Uhr sagen wir dann wieder mal „Gute Nacht“
7. Tag: Mittwoch, 30. Juni 2010
Fahrt von Etroubles/Italien nach Interlaken/Schweiz (260 km)
Hotel Sonne
Um 9.30 Uhr machen wir uns auf den Weg, und es geht wieder über den San Bernardo Pass, aber diesmal auf trockenen Straßen und Helga und Wickerl sind mit dabei. Nach dem Pass trennen sich die Wege von Auto und Motorrädern.
Um 11.00 Uhr fahren wir durch Somlaprez, einer kleinen, unbedeutenden Ortschaft, die uns nur aus dem Grund in Erinnerung bleibt, weil Rudi sein Motorrad hinlegt und mit einer Judorolle zeigt, dass er sich bewegen kann. Es ist nichts passiert, nur ein paar Lackschäden.
Wir fahren nach einer kleinen Pause weiter zum Wasserfall Les Gorges du Durnand, zu dem wir zwar nicht hinterwandern, aber dort in einem kleinen Lokal gut zu Mittag essen. Die Straße bis dorthin war sehr eng und sehr kurvenreich, aber man merkt, dass die Übung etwas nützt. Um 13.15 Uhr fahren wir weiter, kurzer Tankstop und es geht weiter über den Col de la Croix, wo wir um ca. 14.45 Uhr sind, über den Jaunpass (dort sind wir um ca. 16.45 Uhr) und um 18.00 Uhr kommen wir bei unserem Hotel in Interlaken an. Wie sich herausstellt, ist das Hotel lang nicht so schön, wie auf der homepage dargestellt und wir sind froh, dass Helga und Wickerl schon früher da waren und in allen Zimmern die Fenster zum Lüften geöffnet haben – Danke!
Ritual – außer Rudi und Gerhard!
Wir essen zu Abend im Hotel und dann folgt die große Diskussion, wann wir am nächsten Tag aufstehen sollen. Wir haben uns entschlossen, die Fahrt mit der Bahn auf das Jungfraujoch zu unternehmen, also – wann soll es losgehen? Diskussion … Diskussion ….
Letztendlich entscheiden wir uns, am nächsten Morgen um 6.20 Uhr! Frühstücken zu gehen. Diese Zeit wurde uns vom Chef des Hotels genannt mit der Begründung, ab da gäbe es Schwarzbrot.
22.30 Uhr Gute Nacht!
8. Tag: Donnerstag, 1. Juli 2010
Fahrt aufs Jungraujoch
Frühstück tatsächlich um 6.20 Uhr. Als letzter kommt Wickerl gut gelaunt in den Frühstücksraum, der Rest von uns sitzt bereits beim Frühstück. Wickerl ist ein Morgenmensch und plaudert munter drauf los, worauf er von Helga folgende Aussage erntet: „Jetzt werde ich dir mal was sagen, kein Mensch will in der Früh reden und ich auch nicht!“
Wir fahren mit der Bahn (eigentlich sind es drei verschiedene Züge) insgesamt 2,5 Stunden aufs Jungfraujoch, aber die Fahrt wird nicht langweilig, es gibt immer etwas interessanten anzusehen. Nur Rudi kann die Fahrt nicht so ganz genießen, er ist etwas „indisponiert“. Die Strecke geht unter anderem auch durch Wengen, ich kann verstehen, dass es die Leute im Winter hierher zieht.
Das Jungfraujoch zählt zum Weltkulturerbe und ich finde, das ist auch verdient. Wieder mal ein herrlicher Ausblick auf die umliegende Bergwelt, dann gibt es einen Eispalast mit verschiedenen Eisskulpturen und die Möglichkeit, sich in Liegestühlen draußen in den Schnee zu setzen und einfach nur genießen. Das tun wir auch und es dauert eine Weile, bis wir uns überwinden können, wieder aufzustehen.
 Innerhalb des Gebäudes am Jungfraujoch (genauer: Sphinx) gibt es Aufzüge in die verschiedenen Ebenen und Roland schafft es, eine Gruppe von Asiaten so auszutricksen, dass sie falsch aussteigen und wir beim schließen der Türen gerade noch ihr schimpfen hören.
Auf dem Weg geht es vorbei an der Eiger Nordwand, sehr beeindruckend! Das ganze Gebiet um die Kleine Scheidegg ist ein herrliches Schigebiet, wäre schön, hier mal einen Winterurlaub verbringen zu können (sparen, sparen ….).Wir legen noch einen kleinen Halt auf eine Kaffeepause (und Apfelspalten – wer will) ein, wo uns kurz vorm weiterfahren noch eine einzelne Regenwolke erwischt.
Essen würden wir an diesem Abend gerne in Interlaken, aber das Wetter lässt uns diesmal im Stich, also doch in unserem Hotel. Wobei es an diesem Abend eine andere Speiskarte gibt als am Abend zuvor und Gerhard wird nicht müde, die Kellnerin nach Pizzabrot zu fragen, die zwar am Vorabend aber eben nicht an diesem Abend angeboten werden. Tja, kein Glück …
Um ungefähr 22.30 Uhr gehen wir schlafen.
9. Tag: Freitag, 2. Juli 2010
Fahrt von Interlaken/Schweiz nach St. Moritz/Schweiz (317 km)
Hotel Europa St. Moritz
Nach dem Frühstück verlassen wir um 8.30 Uhr Interlaken und fahren zunächst zur Gelmerbahn in Handegg beim Grimselpass, der steilsten Standseilbahn Europas, wo wir um 9.15 Uhr ankommen. Ein Erlebnis mit dieser Bahn zu fahren. Helga ist das Ganze nicht geheuer und sie wartet an der Talstation lieber auf uns. Direkt bei der Bahn gibt es noch eine Hängeseilbrücke, die einige von uns als Draufgabe auch noch überqueren.
Etwas weiter weg wäre da auch noch die Triftbrücke, auch eine Hängeseilbrücke, die um einiges länger und höher ist, aber, man muss ungefähr zwei Stunden wandern um zu dieser Brück zu gelangen. Also – gestrichen im Programm!
Oben bei der Bahn angekommen unternehmen wir einen kleinen Spaziergang entlang des Gelmersees (ein Stausee) und nachdem wir auch die Fahrt hinunter gut überstanden haben, fahren wir um 11.30 Uhr weiter Richtung Grimselpass, wo wir um 11.45 Uhr Mittagspause einlegen.
Um 12.45 Uhr geht es weiter und damit wir eine andere Strecke mit den Motorrädern kennenlernen als bei unserer Fahrt vergangenen Samstag nach Täsch fahren wir über den Naufenpass und den St. Gotthard Pass (14.00 Uhr sind wir dort), dann geht es nochmals über den Oberalppass.
Auf unserer Strecke verlieren wir (Alfred, Christl und ich) die anderen beim Abbiegen in Richtung Thusis. OK OK, ich gestehe, es war meine Schuld! Aber bei der Via Mala Schlucht sind wir wieder vereint. Ich werde zwar nicht gesteinigt, aber, man betont, dass ich blond bin! Freunde!!
Um 16.45 Uhr verlassen wir die Via Mala Schlucht, die diesen Abstecher wert war, und fahren über den Julierpass (wieder eine tolle Strecke) nach St. Moritz, wo wir um 18.15 Uhr im Hotel Europe (sehr nobel) ankommen.
Ritual und dabei zeigt uns Helga ihr Bein – was daran so besonders ist – na, der dunkelblaue Fleck! Der ist dadurch entstanden, dass Helga sich im Auto derart verkrampft, wenn Wickerl so wild um die Kurven fährt … tsss tsss ….
 Wellness; Abendessen in der Pizzeria des Hotels, danach setzen wir uns noch in die Bar und – das ist kein Lüge! – ein paar von uns tanzen in der Hotellobby.
So lassen wir unseren letzten gemeinsamen Abend ausklingen …
Es war der beste Bike-Tag!! superschön zu fahren.
10. Tag: Samstag, 3. Juli 2010
Fahrt von St. Moritz/Schweiz zum Karersee/Südtirol (302 km)
Sporthotel Alpenrose
Nach einem guten Frühstück heißt es, Abschied nehmen. Helga und Wickerl sowie Christl und Fredi nehmen am Abend den Autoreisezug von Feldkirch wieder zurück nach Wien und wir (der Rest) fahren über Südtirol und Murau nach Wien zurück.
Um 9.00 Uhr fahren wir los, Gerhard und Rudi gehen in St. Moritz auf einen Kaffee, Roland hat wieder mal mit der Reifedruckkontrolle Schwierigkeiten und sucht eine Tankstelle auf – ohne Erfolg, die Geräte passen nicht auf sein Ventil.
Gemeinsam geht es weiter, unsere Strecke führt uns durch Tirano, und dort herrscht das Chaos! Es ist schon unerträglich heiß, der Verkehr stockt und trotz Navis finden wir zunächst nicht den richtigen Weg: einmal hin und retour, dann wieder hin …. aber endlich sind wir auf der richtigen Strecke!
Um 12.30 Uhr sind wir am Passo del Apricia, wo wir auf ein Getränk eine kleine Pause einlegen. Es wird immer heißer … (Roland und Rudi kämpfen mit Bauchschmerzen).
Um 15.00 Uhr sind wir in Dermulo, wieder ein kleiner Halt und auf geht es auf den letzten Abschnitt (es ist so was von heiß!) und endlich kommen wir um 17.30 Uhr im Hotel Alpenrose in Karersee an.
Ritual, Wellness – herrlich! Und dann haben wir Glück und es gibt an diesem Abend ein Grillbuffet. Der Koch meint es sehr gut und füllt alle Teller voller als voll an, wobei es nichts gibt, was es nicht gibt – alles klar? Auch die Nachspeisen …hhhhmmmmmmm
Aber irgendwie sind wir doch alle etwas geschlaucht und gehen relativ bald schlafen, zumal der nächste Tag eine lange Tour in sich birgt.
11. Tag: Sonntag, 4. Juli 2010
Fahrt von Karersee/Südtirol nach Murau (410 km)
Alpengasthof Moser
Um 8.30 Uhr machen wir uns auf den Weg, noch sind wir gut gelaunt und guter Dinge! Aber – wir fahren das Pordoijoch hinauf (geile Strecke), biegen ums Eck und HALT! Es geht nicht mehr weiter, die Pässe der Sellaberge sind auf Grund eines Fahrradrennens gesperrt! NEIN, NICHT SCHON WIEDER! Das selbe ist uns ein Jahr vorher passiert und das ärgerliche daran ist, dass das Ganze nirgends angekündigt wird. Mit einem Wort, wir haben ein neues Feindbild: Fahrradfahrer!
Also – Stimmung fällt, mit einem Wort „wir sind sauer“ und machen uns auf den Weg zurück zu unserem Quartier Karersee, dann über Bozen und eben „oben herum“.
Aber – wir lassen uns nicht unterkriegen, fahren keinen Kilometer Autobahn! – und nachdem die Strecke von der Grenze weg nach Lienz etwas öde wäre, wählen wir das Lesachtal aus, um uns wieder etwas zu entschädigen. DENKSTE! Bei Maria Luggau ist Ende! Da findet doch tatsächlich ein Blasorchestertreffen statt, die Durchfahrt ist nicht möglich und wir müssen über 1,5 Stunden warten, bis wir weiterfahren können. Was haben wir nur verbrochen?
Weiter geht es, wobei die Strecke an diesem Tag wirklich wunderschön ist: das Lesachtal, die Katschberg-Bundesstraße, der Katschberg, das Thomatal …toll!
Um 16.30 Uhr sind wir in Eisenratten (Stop auf ein Getränk), noch ist das Wetter schön, aber langsam ziehen böse Wolken auf und Roland gibt Gas.
Wir kommen nach Murau, also knapp vor dem Ziel und es fängt zu schütten an. Das ist wirklich nicht unser Tag! Wir schleichen den Berg hinauf zum Alpengasthof Moser, wo wir um 18.15 Uhr ankommen.
Das muss ich jetzt betonen: es waren an diesem Tag 410 km für uns, wobei wir nicht einen einzigen Kilometer Autobahn gefahren sind!
Ritual, zum Abendessen gibt es natürlich Backhenderl (im Dialekt geschrieben!) und ein gutes Murauer Bier.
Von Christl und Fredi sowie Helga und Wickerl erfahren wir telefonisch, dass sie gut in Wien angekommen sind.
Gute Nacht!
12. Tag: Montag, 5. Juli 2010
Fahrt von Murau nach Wien (257 km)
Da gibt es nicht mehr viel zu berichten, um 9.30 Uhr fahren wir bei strömenden Regen weg und es regnet bis kurz nach Judenburg. OK, es hätte noch schlimmer kommen können. Aber an diesem Tag ist wieder mal Autobahn angesagt, es wollen alle nach Hause. An einer Tankstelle auf der Autobahn verabschieden wir uns und Roland und ich sind dann um 12.30 Uhr zu Hause.
FAZIT:
Zunächst möchte ich festhalten, dass dieser Bericht meine eigenen Eindrücke wieder spiegelt, wobei ich versucht habe, mich kurz zu halten (ist nicht immer gelungen) und ein paar „nette Situationen“ festzuhalten, alles niederzuschreiben ist einfach nicht möglich.
Für unsere nächste Tour haben wir uns vorgenommen, am Tag nicht mehr als 250 Kilometer zu fahren, da wir uns ja auch immer etwas anschauen möchten. Ebenso sollten wir beim nächsten Mal die Grundregeln beim Fahren in der Gruppe im vorhinein festlegen, damit keine Missverständnisse aufkommen.
Mir selbst hat der Urlaub sehr gut gefallen, ich selbst bin insgesamt 2861 km gefahren.